Umstellung

Auf Grund der immer schwieriger werdenden Beschaffungssituation und der Ungewissheit über die Entscheidungen der EU-Kommission wird empfohlen auf Chrom(VI)-freie Systeme umzusteigen.

Eine solche Umstellung bringt zweifelsohne Risiken aber auch Chancen mit sich, die bei der Entscheidung für bzw. gegen bestimmte Oberflächensystem genauestens zu analysieren sind.

Unserer Erfahrung nach läuft im Idealfall der Entscheidungsprozess in folgenden 5 Schritten ab:

Umsetzung Chrom VI in 5 Schritten

Wie sieht Ihr 5-Schritte-Umsetzungsplan aus?

Anstoss: Cr (VI) Verbot

Am Anfang steht der auslösende Grund, der dazu führt, dass die eigenen Beschichtungslösungen überdacht werden.

Gründe hierfür sind u.a.:

  • Technische Entwicklungen
  • Veränderte Umgebungseinflüsse, denen das Endprodukt ausgesetzt ist
  • Rechtliche Veränderung, wie im Falle von Chrom(VI)-haltigen Oberflächen
  • Veränderte Montagebedingungen
  • Etc.
Alternative Schichtsysteme

Im zweiten Schritt gilt es sich möglichst umfangreiche Informationen einzuholen, welche Beschichtungslösungen generell zur Verfügung stehen und sich eine genaues Bild von den Eigenschaften der Oberflächen zu machen.

Zentrale Eigenschaften sollten hier u.a. sein:

  • Korrosionsschutzeigenschaften
  • Schichtaufbau
  • Einsatzbereich (hochfest, abmessungsbezogen, etc.)

Eine Übersicht über Beschichtungsalternativen zu Chrom(VI)-haltigen Oberflächensystemen finden Sie unter der Rubrik Chrom(VI)-freie Systeme.

Zusätzlich finden Sie allgemeine Informationen zu den verschiedenen Beschichtungsarten in dem technischen Teil unseres DIN- und Normteilekatalogs.

Risikobewertung

Die Risikobewertung ist der zentrale Schritt in der technischen Bewertung bei der Auswahl einer Oberflächenbeschichtung.

Hier gilt es die Eigenschaften der bisher eingesetzten (Chrom(VI)-haltigen) Oberfläche mit den möglichen Beschichtungsalternativen zu vergleichen und mögliche Risiken auf Grund von Unterschieden zu ermitteln und an Hand des Anwendungsfalles zu bewerten.

Möchte man möglichen Risiken entgegenwirken, indem man einzelne Eigenschaften des möglichen Beschichtungssystems verändert (z.B. Schichtstärke) ist immer auch zu beachten wie sich dies (positiv oder negativ) auf andere Eigenschaften auswirkt. (z.B. Lehrenhaltigkeit) Dadurch kann sich eine neue Risikosituation ergeben, die wiederum neu bewertet werden muss.

Gerne unterstützen wir Sie bei anwendungsbezogener Oberflächenauswahl!

Chancenbewertung

Chrom(VI) hat geringpreisige Oberflächenbeschichtungen mit vergleichsweise hohen Korrosionsschutzeigenschaften ermöglicht. Die Umstellung auf Alternativoberflächen bringt aber nicht nur Risiken mit sich, sondern eröffnet auch Chancen. Hier sei nicht nur auf den verbesserten Umwelt- und Arbeitsschutz hingewiesen, sondern können sich hier auch technische und zum Teil wirtschaftliche Verbesserungen erzielen.

Mögliche Chancen, die sich durch die Umstellung auf andere Beschichtungssysteme ergeben können:

 

1. Kostenreduzierung durch „Downsizing“

In Fällen in denen der Korrosionsschutz von z.B. Gelbverzinkungen gar nicht benötigt wird (z.B. trockener Innenraum) kann auf die niedrigpreisige Blauverzinkung umgestellt werden.

 

2. Nutzen von Standardisierungspotenzial

Durch die Reduzierung der Oberflächenvielfalt lässt sich unter Umständen die Teilevielfalt reduzieren und durch Mengenbündelungen Kosteneinsparungen erzielen.

 

3. Anpassen an Stand der Technik

Da bei der Umstellung auf eine neue Oberfläche die Schraubverbindung sowieso „angefasst“ werden muss, kann in dem gleichen Schritt diese an den aktuellen Stand der Technik angepasst werden um hier für die Zukunft gerüstet zu sein. Mögliche Anpassungen:

  • DIN umstellen auf ISO
  • Unterlegscheiben
  • Anpassen an Schrauben- bzw. Mutternfestigkeit bis 10.9 bzw. 10
  • Anpassen an Schraubverbindungen mit dynamischer Belastung bzw. der Festigkeitsklasse 12.9
  • Einstellung der Reibwerte
  • Reduzierung der Vorspannkraftstreuung zukünftiger Schraubverbindungen
  • Erhöhung des Vorspannkraftniveaus zukünftiger Schraubverbindungen
  • VDI/VDE 2862
  • Einteilung Schraubverbindungen in Schraubfallkategorien
  • Einhaltung der verfahrenstechnischen Mindestanforderungen
Entscheidung

Anhand dieser Kriterien sind letztendlich Sie es, die sich für ein alternatives Oberflächensystem und damit für Chrom(VI)-freie Beschichtungen entscheiden.

Kontakt
Ansprechpartner C-Produkt-Service

Wir sind für Sie da!

Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch.

Kontaktieren Sie uns unter T +49 7931 91-0 oder
per E-Mail unter tab@wuerth-industrie.com tab@wuerth-industrie.com.

 

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Broschüre 'Optimaler Korrosionsschutz für Ihre C-Teile'

Zu diesem Thema finden Sie hier folgende Unterlagen zum Download:

 

Broschüre "Optimaler Korrosionsschutz für Ihre C-Teile