Früheres Café Waldeck dient Würth Industrie Service als Kommunikationszentrum
Zum Besuch von König Wilhelm II. von Württemberg (der dann doch nicht kam) ist das Café Waldeck 1907 eingeweiht worden.
Gestern Abend wurde das in neuem Glanz erstandene Gebäude nach dem Industrie-König der Region benannt: Reinhold Würth Haus.
CLAUS PETER MÜHLECK
BAD MERGENTHEIM - Gestern Abend wurde das Reinhold-Würth-Haus am Rande des Ketterwaldes mit herrlichem Blick
auf Bad Mergentheim im Beisein des Namensgebers Reinhold Würth im erlesenen Kreis von 80 Gästen eingeweiht.
Entstanden ist für 2,5 Millionen Euro in zehnmonatiger Bauzeit ein Kommunikationszentrum des 1999 in Bad Mergentheim
gegründeten Tochterunternehmens Würth Industrie Service GmbH & Co. KG, wie Wolfgang Rampmaier, Mitglied der
Führungskonferenz der weltweit tätigen Würth-Gruppe, gestern vor der Presse erläuterte.
Genau vor 100 Jahren wurde das Café Waldeck im "französischen Mansardenstil" erbaut und am 17. Mai 1907 mit einem "bengalischen Feuerwerk"
eingeweiht, wie damals die TAUBER-ZEITUNG berichtete. Generationen von Mergentheimern pilgerten sonntags hoch ins Café Waldeck.
Der Besuch prominenter Kurgäste im "Waldeck" reicht von Schauspielerin Adele Sandrock (die "Göttliche") bis Reichstagspräsident
Paul Löbe. 1949 wurde das Waldeck nach dem Zweiten Weltkrieg wieder geöffnet und bis 1984 von der Familie Bock als Café
betrieben. In den neunziger Jahren "vergammelte das Gebäude ungenutzt und war kein Aushängeschild für Bad Mergentheim", wie
Wolfgang Rampmaier es ungeschminkt, aber zutreffend formulierte.
2005 entschloss sich Würth Industrie Service zum Kauf und stellte am 28. September 2005 den Bauantrag für das Reinhold-Würth-Haus.
Anfang 2006 erfolgte der Spatenstich, die Bauarbeiten wurden größtenteils von regionalen Firmen ausgeführt. Nach der
festlichen Eröffnung durch Namensgeber Professor Dr. h. c. Reinhold Würth gestern Abend (natürlich auch mit
"bengalischem Feuerwerk") soll der "Balkon von Bad Mergentheim" künftig für exklusive Kundenveranstaltungen, Seminare und Schulungen
von Mitarbeitern dienen. Das Gebäude bietet neben dem atemberaubenden Blick auf Bad Mergentheim und das Taubertal vier
Konferenzräume sowie einen großen Festsaal mit Kaminzimmer.
Rampmaier wertete die Investition als Zeichen der Verbundenheit des seit acht Jahren hier ansässigen Unternehmens Würth Industrie
Service mit der Region und dem Standort. Auch kulturelle Veranstaltungen sollen im Reinhold-Würth-Haus stattfinden, ebenso
ist ein Skulpturenpark geplant.