In diesem Jahr 50 neue Arbeitsplätze
Ein Umsatzwachstum von 25 Prozent auf 161,5 Millionen Euro, die Steigerung der Mitarbeiterzahl um 70 auf nunmehr 600 - bei
der Würth Industrie Service GmbH & Co. KG auf dem Bad Mergentheimer Drillberg wurde auch im Jahr 2006 Erfolgsgeschichte
geschrieben.
CLAUS PETER MÜHLECK
BAD MERGENTHEIM - Vor acht Jahren, 1999, wurde Würth Industrie Service als eigenständiges Unternehmen der weltweit agierenden
Würth-Gruppe ausgegründet und ist seitdem im Industriepark Würth am Standort Bad Mergentheim tätig. Innerhalb der Würth-Gruppe
ist das Unternehmen für die Belieferung der europäischen Industriekunden zuständig.
Das ehemalige Gelände der Deutschorden-Kaserne bietet dem Unternehmen ausreichend Raum für weitere Expansionen. Bis
Ende 2007 wurden am Standort insgesamt 70 Millionen Euro investiert, erläuterte Geschäftsführer Rainer Bürkert gestern der TZ.
Doch nicht genug damit: Im Industriepark Würth sind neben Würth Industrie-Service momentan weitere zehn Unternehmen angesiedelt.
Insgesamt sind auf dem Drillberg derzeit 847 Mitarbeiter beschäftigt.
Bebauungsplan läuft
Derzeit läuft das Bebauungsplanverfahren der Stadt Bad Mergentheim für den ehemaligen Standortübungsplatz. Nach dessen Abschluss
stehen weitere 55 Hektar Industriefläche zur Verfügung. Zwar gibt es laut Rainer Bürkert noch keine konkreten
Interessenten für weitere Firmenansiedlungen, doch einen wesentlichen Teil wird Würth Industrie Service mittelfristig für
die eigene Expansion benötigen.
Bad Mergentheim ist Würth-Zentrallager-Ort für Industriekunden in ganz Europa, der derzeit täglich von 120 bis 140 Lastwagen
angefahren wird. "Das wird sich in einigen Jahren nahezu verdoppeln", blickt Bürkert in die Zukunft. Deshalb sei eine
Stichstraße vom Drillberg zum Autobahnzubringer bei Assamstadt "nach wie vor für uns ein Thema. Aber das ist in erster Linie
Sache der öffentlichen Hand".
Flächendeckendes Netzwerk
Über das Würth Industrial Network profitieren Kunden weltweit von den innovativen Systemen der Würth Industrie Service. Das
flächendeckende Netzwerk stelle, so Bürkert, einen schnellen Informationsfluss und eine reibungslose Projekt-Umsetzung in
den einzelnen Ländern weltweit sicher. Seit 2006 vervollständigen Gesellschaften in Brasilien, Schweden und Südafrika
das weltumspannende Netzwerk des Industrie-Zulieferers. Zu den System-Kunden des Bad Mergentheimer Unternehmens zählen Großfirmen
wie Liebherr, Terex, Rittal, Bosch und Siemens, aber auch viele regionale Unternehmen wie ebm-papst, Palux, Stahl, Weinig,
Wittenstein, Ziel Abegg und Kurtz Holding.
Seinen Kunden präsentiert sich das Unternehmen mit einem Sortiment aus über 160 000 lagerhaltigen Artikeln und über 210 000
zusätzlichen Beschaffungsartikeln als kompletter C-Teile-Anlieferer.
Als Dienstleister bietet Würth Industrie-Service kundenspezifische Versorgungskonzepte für Verbrauchsmaterialien unter der
Servicemarke CPS (C-Produkt-Service). Dabei rationalisieren verbrauchs- und bedarfsgestützte Systeme deutlich die Prozesse
für Einkauf, Logistik und Qualitätssicherung. Logistische und dispositive Dienstleistungen wie scannerunterstützte Regalsysteme
oder eine Just-in-time-Versorgung mittels Kanban-Behältersystemen bis hin zu einem innovativen Gefahrstoffmanagement bieten
dabei einen entscheidenden Beitrag zur Produktivitätssteigerung.
2007: 50 neue Mitarbeiter
Ein Wachstum von 25 Prozent wie im vergangenen Jahr kann, so Rainer Bürkert, nur durch engagierte Mitarbeiter
(Durchschnittsalter derzeit 29 Jahre) erreicht werden. Allein im vergangenen Jahr wurden 70 neue Mitarbeiter eingestellt.
"So langsam wird es im Taubertal eng für unsere Mitarbeiter-Gewinnung", macht der Geschäftsführer deutlich. Würth
Industrie Service suche laufend neue qualifizierte Mitarbeiter in den Bereichen Verkaufsinnendienst, Vertriebsaußendienst,
technischer Einkauf, Produktmanagement, Qualitätssicherung, Logistik und EDV-Systemadministrator.
Deshalb widmet sich das Unternehmen auch verstärkt der Ausbildung. Derzeit sind 45 Azubis und 30 Praktikanten (etwa ein
Drittel wird in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen) im Unternehmen tätig. Im September 2007 beginnen weitere 25 Azubis
ihre Ausbildung. Der Anteil der Azubis an der Gesamtzahl der Beschäftigten liegt bei zwölf Prozent.
"Wir verkaufen Sicherheit"
Vor allem hochqualifizierte Logistikberufe sind gefragt. "Wir verkaufen unseren Kunden Sicherheit für die Produktion",
brachte es Wolfgang Rampmaier, Mitglied der Führungskonferenz der Würth-Gruppe, im Gespräch mit der TZ auf den Punkt.
"Logistik ist die Kern-Kompetenz unseres Unternehmens. Bei unserem schnellen Wachstum sind nicht die Baumaßnahmen das Wichtigste,
sondern qualifizierte Mitarbeiter zu integrieren."
Die Weiterbildung von Mitarbeitern hat einen hohen Stellenwert. 2006 fanden 130 interne Trainings statt, verdeutlichte
Ralf Lagerbauer, Mitglied der Geschäftsleitung.
Im Herbst 2007 soll die Erweiterung des Warenein- und -ausgangsgebäudes mit einer Fläche von 1200 Quadratmetern in Betrieb genommen
werden. Die Investitionssumme für diese derzeit laufende Baumaßnahme beträgt 1,5 Millionen Euro. Im Frühjahr 2008 soll
die Erweiterung des Hochregallagers (20 Meter breit, 120 Meter lang und 38 Meter hoch) fertig gestellt sein. 28 000
neue Palettenplätze stehen dann bereit. Die Baumaßnahme kostet sieben Millionen Euro.
Geschäftsführer Rainer Bürkert wagte auch einen Blick in die Zukunft von Würth Industrie Service: Der Umsatz soll in diesem
Jahr auf 180 Millionen Euro steigen, die Mitarbeiterzahl sich auf 650 erhöhen. Im Jahre 2010 sollen es 790 Mitarbeiter sein,
der geplante Umsatz soll bei 263 Millionen Euro liegen.