Umsatz in rückläufigen Märkten weiter gesteigert
Konzernumsatz wächst um drei Prozent auf die neue Rekordmarke von 5,3 Milliarden Euro - verringerte Umsätze im Inland sowie Restrukturierungsmaßnahmen beim Beschläge-Hersteller Mepla drücken das Betriebsergebnis - Zahl der Mitarbeiter weiter gestiegen
28. Januar 2002.
Künzelsau/Hohenlohekreis. Die Würth-Gruppe hat ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2001 trotz schwierigster wirtschaftlicher Rahmenbedingungen erneut gesteigert. Aufgrund der rezessiven Konjunktur im Handwerk - insbesondere im deutschen Bauhandwerk - konnte das zweistellige Wachstumsziel jedoch nicht erreicht werden. Verringerte Umsatzerlöse auf dem deutschen Markt und die strategische Neuausrichtung beim Möbelbeschlägehersteller Mepla Werke GmbH & Co. KG in Reinheim drückten auf das Betriebsergebnis.
Das weltweit führende Handelsunternehmen für Befestigungs- und Montagetechnik mit Sitz im schwäbischen Künzelsau konnte seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2001 um drei Prozent auf die neue Rekordmarke von 5,3 Milliarden Euro steigern (Vorjahr: 5,136 Mrd. Euro). Die endgültigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2001 wird das Unternehmen auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag, 14. Mai 2002, in Künzelsau vorlegen.
Umsatzsteigerungen vor allem im Ausland und in den Geschäftsbereichen Metall und Industrie
In Deutschland erzielte die Würth-Gruppe einen Außenumsatz von 2,28 Milliarden Euro - ein Wachstum von 0,7 Prozent. Im Ausland wurde ein Umsatz von drei Milliarden Euro erwirtschaftet (+ 4,8 Prozent).
Im Bereich des Kerngeschäfts, der unter Würth firmierenden Aktivitäten, verteilt sich der neue Rekordumsatz auf folgende Divisionen:
| Division Metall | |
| Umsatz: 947 Millionen Euro | |
| Division Auto | |
| Umsatz: 914 Millionen Euro | |
| Division Holz | |
| Umsatz: 1,127 Milliarden Euro | |
| Division Industrie | |
| Umsatz: 340 Millionen Euro |
Die nicht unter dem Namen Würth firmierenden Tochtergesellschaften des Handelskonzerns trugen mit + 2,4 Mrd. Euro (Steigerung + 2,4%) zum Gesamtumsatz bei.
Markt- und konsolidierungsbedingte Wachstumspause
Ursache für das gegenüber den Vorjahren deutlich verringerte Wachstumstempo der Würth-Gruppe war einerseits das ungünstige
konjunkturelle Umfeld. Vor allem die erneuten Einbrüche der gesamten Baubranche beeinträchtigten unsere Handelsaktivitäten mit
Montage- und Befestigungsmaterialien - insbesondere in Deutschland.
Auch der wirtschaftliche Abschwung in Amerika und die Terroranschläge vom 11. September führten zu einer äußerst
zurückhaltenden Investitions- und Kaufhaltung unserer Kunden. Nach Umsatzsteigerungen in den ersten acht Monaten waren
Umsatzrückgänge im vierten Quartal 2001 die Folge.
Nicht zuletzt war 2001 für die Würth-Gruppe nach dem 25-prozentigen Umsatzsprung im Vorjahr ein Jahr der Konsolidierung und
Restrukturierung mit dem Ziel, die Bilanzrelationen gegenüber dem Vorjahr zu verbessern. Vor diesem Hintergrund war es letztlich nicht
möglich, das geplante zweistellige Wachstum zu realisieren.
Betriebsergebnis unter Vorjahreswert
Vor allem auf Grund geringerer Umsatzerlöse in Deutschland konnte das Betriebsergebnis des Vorjahres von 597 Millionen DM (305 Millionen Euro) nicht erreicht werden. Auch die strategische Neupositionierung der Produktionsstandorte beim Möbelbeschlägehersteller Mepla drückte auf den Gewinn. Die Konzentration bei der Fertigung sowie die Einrichtung von Kompetenzzentren hat zur Folge, dass die Produktion eines Mepla-Werkes in Rohrbach im Jahr 2002 an andere Standorte verlagert wird. Gleichzeitig sieht die strategische Neuausrichtung eine Stärkung des Mepla-Werkes in Reinheim vor, das zum Kompetenzzentrum für die Möbel-Scharnierfertigung ausgebaut wird. Ziel der Neuausrichtung ist, auf dem von rezessiven Tendenzen geprägten Markt der Möbelindustrie und des Möbelhandels weiterhin durch Senkung der Herstellerkosten konkurrenzfähig zu bleiben.
Nach vorläufigen Berechnungen wird das Betriebsergebnis 2001 der Würth-Gruppe 260 Millionen Euro betragen.
Eigenkapital auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen
Die Finanzlage der Würth-Gruppe entwickelte sich im Geschäftsjahr 2001 weiter positiv. Das Rating "A/outlook stable" wurde dem Unternehmen von Standard & Poor´s erneut bestätigt. Das wirtschaftliche Eigenkapital ist im Jahr 2001 gemäß vorläufiger Bilanz weiter auf 1,2 Milliarden Euro gestiegen. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich damit nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem Vorjahr auf über 40 Prozent. Die Investitionen beliefen sich im Berichtsjahr auf 250 Millionen Euro. Für das laufende Jahr 2002 bewegen sich die Investitionen auf dem Vorjahresniveau.
Zahl der Mitarbeiter nimmt weiter zu
Ende 2001 beschäftigte die Würth-Gruppe weltweit 37.398 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das waren 1.237 Beschäftigte mehr als im Vorjahr (2000: 36.161) - ein Zuwachs von 3,4 Prozent. Entsprechend unserer Ausrichtung als außendienstorientiertes Direktvertriebsunternehmen waren für die Würth-Gruppe weltweit 19.239 Verkäufer tätig (+ 4,2 Prozent). Im Innendienst arbeiteten 18.159 (+ 2,6 Prozent). In Deutschland beschäftigte Würth zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres 12.731 Mitarbeiter. Die Würth-Gruppe ist nach der Gründung neuer Gesellschaften in Panama, Libanon und Kambodscha derzeit weltweit mit 261 Gesellschaften in 80 Ländern vertreten.
Ausblick 2002
Nach einem Jahr der Wachstumspause wird die Würth-Gruppe ihre Kraft 2002 wieder vor allem auf den Ausbau des Direktvertriebs lenken.
"Wachstum bei Würth ist gleichbedeutend mit Multiplikation der Außendienstmitarbeiter. Wir werden daher auch 2002 wieder verstärkt
in den Ausbau unserer weltweiten Vertriebsmannschaft investieren, um das Wachstum im Konzern zu forcieren. Trotz dieser notwendigen
Investitionen kommt aber für 2002 Gewinnwachstum eindeutig vor Umsatzwachstum", erklärte Dr. Walter Jaeger, Sprecher
der Konzernführung der Würth-Gruppe. Bereits zum Ende des Geschäftsjahres 2001 hat die Würth-Gruppe damit begonnen,
zusätzliche Verkäufer einzustellen. Bis Ende 2002 sollen weitere 1.500 Außendienstmitarbeiter eingestellt werden.
Verstärkte Anstrengungen zur weiteren Ausschöpfung des Marktpotenzials sollen ebenfalls zur Steigerung des Wachstums beitragen.
Hierfür wird der gesamte Vertrieb noch stärker als bisher auf die spezifischen Bedürfnisse der unterschiedlichen Kundengruppen
ausgerichtet. Neben der Belieferung klassischer Handwerkskunden wird der Vertrieb künftig zusätzliche kundenspezifische Servicemodule
anbieten, vor allem in den Bereichen Bevorratung, Logistik und Disposition.
Aufgrund der unsicheren Wirtschaftslage sind im laufenden Geschäftsjahr keine größeren Akquisitionen geplant.




